Dienstag, 13. oktober 2009
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Rene Adler machte am vergangenen Samstag mit spektakulären Paraden auf sich aufmerksam und spielte sich somit in die Herzen vieler Deutschen. Dass die Bälle, die auf seinen Kasten kamen aber auch
meist unspektakulärer parierbar waren, scheint egal zu sein.
Torhüter, die die Zuschauer mit ihren Flugeinlagen beeindrucken wollen, werden anscheinend immer beliebter.
Bälle, die diese "Show-Torhüter" mit wilden Hechtsprüngen abwehren, parieren andere Torhüter, ohne sich besonders zum Affen zu machen.
Bei Torhütern achtet man als Fan scheinbar nicht mehr darauf, ob sie tatsächlich Bälle abwehren und auch festhalten können, sondern man möchte bloß unterhalten werden.
Wie kommt es zu diesem Wandel?
Meine Befürchtung: Der Erfolg der deutschen Nationalmannschaft trägt dazu bei. Warum?
WM 2002 (Platz 2), WM 2006 im eigenen Land (Platz 3) und EM 2008 (Platz 2) zogen immer mehr Leute an die Fernseher oder sogar ins Stadion, die sich sonst wenig mit Fußball beschäftigen. Der
Nationalstolz wuchs und man will und wollte einfach Spaß beim Zuschauen haben und durch Unterhaltung auf seine Kosten kommen.
Vielen war es egal, ob ein Oliver Kahn oder ein Jens Lehmann im Tor steht, ob ein Jürgen Klinsmann seinen Vertrag verlängert, oder ob ein Torsten Frings nun gesperrt ist oder
nicht.
Und dieser Trend scheint sich fortzusetzen. Natürlich ist Adler ein guter Torhüter, aber oft übertreibt er einfach und hechtet nach einem Ball, als würde er den Weitsprungrekord brechen wollen.
Mich persönlich nervt so was, der Menge scheint es zu gefallen.
Die Aufgabe der Torhüter liegt immer noch darin, möglichst wenig Gegentore zu kassieren und nicht, als Clown aufzutreten.
Aber solange der Trainerstab nach Leistung entscheidet und nicht danach, wer die Zuschauer am besten unterhalten kann, soll es mir egal sein...
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